Freitag, 15.02.

Vollgefuttert vom Frühstück, inklusive den restlichen Kuhfüßen, machten wir uns auf den Weg in die Schule, aber diesmal nicht zum Lernen, sondern zum Shoppen. Jeder von uns erhielt einen fake-Adidas Trainingsanzug und ein Schul-T-Shirt. Nach einigem Kampf mit den Kleidergrößen (Judiths Beine zu lang, Katha insgesamt zu klein und Hendrik zu breit und Franz zu…*), waren wir sehr glücklich, die ausgewählte Garnitur behalten zu dürfen. 

* Diese Beschreibung wurde nach demokratischer Abstimmung entfernt.

Fresh gestylt mit dem winterlich gefütterten Trainingsanzug ging es ab in die afrikanische Hitze. Wir schepperten mit unserem Kleinbus etwa eine Stunde durch die Pampa. Dabei war die größte Sorge Axels ein Achsenbruch. Wir waren alle heilfroh, diesmal ohne einen Sturz in den Straßengraben unser Ziel Hombolo erreicht zu haben. Das ist ein kleines Dorf mitten im Nirgendwo nordöstlich von Dodoma.

Dort wurden wir durch das lokale Weingut geführt, in welchem Rotwein und Weißwein produziert werden. Eine Verkostung stand auch auf dem Plan, wobei logischerweise nur die Lehrer probieren durften. Wir Schüler haben natürlich gaaaaaarnichts getrunken, sondern schauten ganz brav zu ;). 

Angeheitert durch den edlen Tropfen (natürlich nur die Lehrer), ging es hinaus auf ein Traubenfeld, auf dem uns die zwei Arten von Trauben für die Weinproduktion gezeigt wurden. Diese durften sich diesmal sogar die Schüler gönnen. Nach dem „all you can eat”-Angebot waren die zwei Leinenbeutel, die zufällig zu finden waren, in Sekundenschnelle mit schmackhaften Reben gefüllt. 

Nach einem Verdauungsspaziergang um den dortigen Stausee strandeten wir wieder im Dorfkern. Da der diabetesverursachende Tee aus der Schule unsere Lust nach Süßem genug für uns war, probierten wir zum ersten Mal in unserem Leben pures Zuckerrohr. Gierig wie Nagetiere verspeisten wir die süße Pflanze. Weil das unseren Glucosespiegel noch nicht genug erhöhte, gab es noch Softdrinks vom Dorfkiosk. Ohne die zusätzliche Erfrischung wären wir in den warmen Trainingshosen elendig verendet.

Noch einmal holperten wir mit unserem Kleinbus über die Maulwurfspiste zurück nach Dodoma. Dort stärkten wir uns wieder einmal in dem bereits von uns getesteten Restaurant. Das Essen war, wie schon letztes Mal, gut und reichlich. Wie schon den ganzen Tag gab es zurück in der Unterkunft direkt wieder ein Abendessen. Wenn wir schon beim Thema Nahrung sind: sowohl Katha als auch Franz sind schon fast beim versehentlichen Verzehr einer Chilischote erstickt. Judith machte diese Erfahrung ebenso, da sie der Versuchung nicht widerstehen konnte (ein großer Fehler). Wir beschlossen den Abend mit weiteren (diesmal persönlicheren) Gesprächen mit unseren Austauschpartnern.


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