Sonntag, 17.02.

Die Hunde bellten, der Hahn krähte, das Schnarchen im Nebenzimmer stoppte und der Sonntag begann. Das Omelett zum Ende der Woche durfte natürlich auch nicht fehlen, bevor es dann um neun in die Messe ging. Der kleine Junge in Pfadfinderkleidung machte auch brav seinen Job, indem er die Schüler in die hintere Reihe verwies, die schliefen. Nach der doch recht amüsanten Messe mit Wolfsgeheul und Papageiengeschrei des Chors ging es auf zur zweiten Messe.

Die Kindermesse in Dodoma findet jeden Sonntag für Jungs und Mädchen im Alter von etwa fünf bis zehn Jahren statt. Als wir dort mit unserem Minibus ankamen, kamen schon von weitem die Masse an Kindern angerannt. Spätestens als dann die deutschen Gummibärchen ausgepackt wurden und wir die Kameras auspackten, gab es für die Meute kein Halten mehr. Mit den vollgesabberten und klebrigen Patschehändchen wurden mal wieder unsere Haare durchwuschelt. Jeder wollte auf den Bildern präsent sein, was die eine oder andere Rangelei auslöste. Es war wirklich schwierig, uns von dem großen Ameisenhaufen zu lösen, auch wenn einige Kinder heute leider kein Foto bekamen.

Die Messe war wirklich atemberaubend und für uns alle eine der besten Messen, die wir je erlebt haben. Das Ganze muss man sich eher wie eine kleine Kinderdisco vorstellen mit etwa 400 Kindern, wobei der Chor tosende Kirchensongs singt. Die Kids versuchen, sich im Vater Unser gegenseitig zu übertrumpfen und das Motto lautet hier, je lauter und schriller, desto besser. Nach der Verabschiedung und dem Schütteln von gefühlt tausend Kinderhändchen ging es mit dem Kleinbus wieder auf die Piste.

Auf dem Mittagsmenü stand heute ein All-you-can-eat Buffet im Stadtzentrum (zur Freude Kathas). Für umgerechnet 3,50€ gab es für alle eine ordentliche Portion mit Nachschlag. Erklären, was es gab, muss man, glauben wir, nicht mehr – Hühnchen. Die Challenge, ein Kilogramm Hühnchen innerhalb 24 Stunden zu essen, war zumindest laut Hendrik damit erfüllt. Wer diese Challenge meisterte, muss wahrscheinlich auch nicht mehr erwähnt werden. Mit vollgefülltem Magen machten wir uns auf den Weg ins Schwimmbad. 

Um nicht gleich unterzugehen, warteten wir noch einige Zeit, bevor wir uns in den Pool schmissen. Auch diesmal waren nur etwa 30% der Badegäste fähig zu schwimmen, eine Steigerung von bestimmt 10%. Deshalb sollte man in afrikanischen Schwimmbädern die flachen Stellen meiden, wenn man nicht ständig einen Fuß im Gesicht oder einen Ellenbogen im Bauch haben möchte. Die Wasserakrobatik durfte diesmal natürlich auch nicht fehlen (an der B-Note kann trotzdem noch ein wenig gefeilt werden – Aussage einer Turnerin).

Hinterlasse einen Kommentar