Und ein weiterer Tag begann, geweckt von den lieblichen (nicht) Stimmen der Vögel. Motiviert von den Strahlen der Sonne tuckerten wir mal wieder Richtung Dodoma, um uns die St. Ignatius Primary School anzuschauen. Die Grundschule wird ebenfalls von den Jesuiten betrieben und dort lernen ca. 600 Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren. Nachdem wir die Schulleiterin, eine Nonne, kennengelernt hatten, machten wir einen kleinen Rundgang durch die Schule und besuchten unterschiedliche Klassen. Disziplin und Ordnung stehen hier an erster Stelle.

Gegrüßt und geantwortet wird an dieser Schule nur im Chor und bei vielen der kleinen Kinder hat man das Gefühl, dass sie nicht einmal genau wissen, was sie hier überhaupt machen. Zuckersüß waren sie trotzdem alle. In jedem Klassenraum betonte die Schulleitern extra noch, wer sich in Mathe anstrenge (Herr Klüser – grinsend), darf bestimmt auch einmal nach Deutschland reisen.

Des Weiteren machten wir einen kurzen Abstecher in die Kinderkrippe, wo wir alle viel Spaß hatten. Die Kids im Alter von zwei bis drei Jahren wollten sich von jedem von uns hochheben lassen und Flieger spielen. Damit wäre das Workout für den heutigen Tag auch erledigt. Kleiner Tipp am Rande: Biceps Curls mit kleinen Kindern sind immer eine Alternative, falls mal kein Gym in der Nähe ist. Lustig war es auf alle Fälle und die vielen Kinderaugen haben um die Wette gestrahlt.

Nassgeschwitzt vom vielen Toben fuhren wir zurück ins Stadtzentrum und machten einen kleinen Abstecher zu einem typischen Supermarkt. Was auffällt: etwa 40% der Regale sind gefüllt mit Colgate Zahnpaste (no product placement) und Frittieröl, ganz nach dem Motto “Erst den Zahn mit Öl verschmutzen, danach mit Colgate putzen”.

Unser heutiges, ausnahmsweise kurzes Tagesprogramm war damit auch schon wieder beendet. Nach mehreren Spielrunden (sowohl UNO als auch das tansanische Steinewerfspiel), unterhielten wir uns mit allen Teilnehmern über unsere bisherigen Erlebnisse, Erfahrungen und Probleme. Als Fazit kann man sagen, dass wir uns trotz einiger Verständigungsprobleme (R=L) inzwischen sehr wohl fühlen und dass wir die Zeit hier genießen. Mitten in der Diskussion schlug das Wetter dann plötzlich um und es schüttete zum ersten Mal seit unserer Ankunft in Afrika wie aus Eimern.

Spontan beschlossen wir, noch den Schulfriseur zu besuchen, um Hendriks Mähne zu stutzen. Auf dem Weg zur Schule wurden wir so nass, dass das Haarewaschen vor dem Frisieren überflüssig wurde. Der Friseur von St. Peter Claver schien sehr glücklich über blondes Haar und die Möglichkeit, mal eine interessantere Frisur zu schneiden als die Igelfrisur der Schüler. Obwohl alle ihn dazu drängten, wagte Franz es nicht, sich unter die Rasierklinge zu legen und sich von seinen wallenden Locken zu trennen. Hübsch gemacht (Franz nicht…) ging es dann wieder zurück in unsere Unterkunft.
