Dienstag, 19.02.

Der Wecker riss uns kurz nach fünf aus unseren kuriosen und schockierenden Träumen (Nebenwirkung der Anti-Malaria-Tabletten). Judith schlummerte jedoch weiter friedlich vor sich hin, während die anderen die erste von gefühlt weiteren 50 Mahlzeiten verschlangen. Kaum verwunderlich, dass wir heute schon den dritten 1kg-Eimer Erdnussbutter anbrachen. Fünf Minuten vor Abfahrt kam auch endlich Judith in den Essenssaal gestürmt und stopfte sich ein Erdnussbutterbrot mit Honig in den Mund. Doch die Eile war umsonst…Wie wir feststellen mussten, kam unser Minibus nicht wie erwartet um sechs sondern erst halb neun. Abgesehen von Katha, die sich nochmal aufs Ohr haute, waren leider alle viel zu wach, um nochmal ins Land der Träume zurückzukehren. Daraus lernten wir, Kommunikation ist das A und O hier und geht trotzdem ständig schief.

Auf der Straße, welche vor einigen Jahren von Chinesen erbaut wurde, fuhr es sich diesmal ganz gemütlich und das Frühstück lag ja (leider) auch schon eine Weile zurück. Unser Ziel war diesmal das Krankenhaus von Dodoma, da wir unsere Austauschpartnerin Caroline besuchen wollten, die immer noch bzw. schon wieder an einer Gehirnerschütterung litt. Da wir sie leider nicht sehen durften, machten wir stattdessen einen Abstecher zu den Toiletten im Krankenhaus. Die Hoffnung, dass diese besser seien als die normalen Pisslöcher hier, schwand schnell, denn es gab nicht mal fließendes Wasser. Mit neuen Erkenntnissen düsten wir zurück zum Ausgangspunkt unseres eher sinnlosen Trips und endlich kam die Sonne auch mal wieder zum Vorschein.

Etwas frustriert, aufgrund der unnötigen Tour, gab es erstmal ein zweites Frühstück (wer hätte es gedacht). Die Zeit bis zum Mittagessen überbrückten wir mit weiteren Runden UNO. Gleich danach machten wir uns auf den Weg in die Grundschule im Nachbardorf Ihumwa. Warnung: die folgende Beschreibung könnte auf einige Leser verstörend wirken. Wir wurden von den Kiddis umzingelt, an den Haaren gezogen, angebrüllt und es gab Prügeleien, um einen Platz in unsere Nähe zu ergattern. Das Ganze war allerdings nicht böse gemeint, sondern die Kinder waren einfach nur interessiert an uns und total neugierig. Die Gummibärchen ließen wir diesmal aber doch lieber in den Taschen, um eine mögliche Massenschlägerei zu vermeiden.

Da wir am Nachmittag noch viel Zeit hatten, begaben wir uns ein weiteres Mal in die St. Peter Claver Highschool. Die beiden Geo-Gurus posierten vor der Tafel, vollgeschrieben mit kryptischer Geographie. Derweilen begannen die Herren der Schöpfung, mit einigen Schülern Fußball zu spielen. Dazu sollte erwähnt werden, dass der “Ball” ein zusammengeschnürtes Bündel aus alten Socken und Boxershorts war (Not macht erfinderisch xD). 

Als wir die (vorerst) letzte Mahlzeit zu uns nahmen, brach die Hölle los. Es schüttete, als gäbe es kein Morgen und die Lautstärke der Konversationen musste auf Diskoniveau angehoben werden. Als dann auch noch der Strom für längere Zeit ausfiel, gaben wir klein bei und verschwanden zurück ins Land der kuriosen Träume.

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