Selbst der Hahn war diesmal noch am Schlummern, als wir uns heute früh um kurz nach fünf auf die Socken zum Frühstück machten. Die Challenge unseres letzten Frühstücks in unserer Unterkunft lautete, den dritten 1kg-Eimer der Erdnussbutter vollständig zu leeren. Für uns war dies natürlich eine Mission possible und den Eimer hinterließen wir ratze-putz ausgekratzt zurück. Schnell in den Minibus gehüpft, ging es sogleich zum (S)habibi-Express, mit dem es dann sechs Stunden Richtung Nationalpark ging. Es gab nur ein kleines Problem: die Lehrerin unserer Austauschschüler hatte aus Versehen einen Bus eher genommen und noch alle Tickets im Gepäck (gewundert, dass keiner von uns da war, hat sie sich anscheinend nicht). Zum Glück durften wir nach kurzem Gespräch mit dem Busfahrer trotzdem alle mitfahren.

Die Shabibi-Reise startete (wie auch schon unsere Busfahrt nach Dodoma) mit etwa zwei Stunden erotischen Musikvideos. Irgendwann wurde es dem Busfahrer etwas zu viel Arschgewackel und er schaltete um zum Actionfilm „Hitman”. 120 Minuten und 700 tote Agenten später begann die tansanische Ausgabe von „Familie im Brennpunkt”. Nach weiteren zwei Folgen dieser Sendung mit viel Drama, Geschwängerten und Toten erreichten wir endlich unser Ziel. Übrigens sammelten wir zwischendurch noch die Lehrerin ein, die an der nächsten Haltestelle zu uns umgestiegen ist. Wir wurden von unserem Fahrer abgeholt und brausten noch eine weitere Stunde mit zwei Jeeps durch die Prärie. Bei der hohen Geschwindigkeit kann man froh sein, dass wir alle heil im Restaurant ankamen.

Neben Hühnchen gab es auf der gesamten Speisekarte eigentlich auch nur noch mehr Hühnchen und zur Abwechslung ein Fischgericht. Da man es mit dem Fleischkonsum ja nicht übertreiben soll, entschieden wir uns fast alle für den Fisch, welcher sagenhaft lecker war. Ein Weiteres Highlight dieses Restaurants waren die Toiletten, denn wir hatten endlich die perfekte Toilette hier in Tansania gefunden. Es gab „echte” Sitze, Klopapier (wenn auch nicht dreilagig), Mülleimer, eine funktionierende Spülung, ein Waschbecken mit Wasser und sogar einen Ganzkörperspiegel. Zufrieden und glücklich machten wir uns auf zum letzen Stück unserer Reise.

Wir ratterten noch etwa eine halbe Stunde über die „African Massage Road”. Dem Namen entsprechend kann man sich bestimmt denken, was für eine angenehme Fahrt das war. Nach 300 überwundenen Höhenmetern, also hoch, runter, hoch, runter, …, erblickten wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Schon beim Aussteigen freuten wir uns natürlich riesig, diese Massage morgen noch zweimal spüren zu dürfen. Wir wurden herzlichst empfangen mit frischem Saft und einem feuchten Tüchlein wie nach einem langem Flug. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, starteten wir eine kleine Erkundungstour. Wir sind hier nämlich auf einer Kaffee-Farm und umgeben von tausenden Feldern. Der Ort ist sehr idyllisch und völlig abgeschnitten von der Außenwelt. W-LAN ist hier deshalb auch ein Fremdwort.


Zurück von unserem kleinen Spaziergang spielten wir weitere Runden UNO. Mit voller Konzentration und in Kampfhaltung versuchte der tansanische Lehrer (Andrea) jede Runde aufs Neue sein Glück und das Ganze war recht amüsant mit anzusehen. Vom Ruf der Küchenfrau unterbrochen begaben wir uns an den fein gedeckten Tisch. Das vier-Gänge-Menü startete mit einer leckeren Suppe aus Bananen und Zucchini. Es folgte ein frischer Salat und eine große Portion Reis mit Rindfleisch und einem Kokos-Curry. Abgerundet wurde das Ganze noch mit einem fruchtigen Obstsalat. Mit vollen Bäuchen ging es dann ins Bettchen, mit Vorfreude auf die morgige Safaritour.