Noch nicht einmal das 4-Gänge-Menü verdaut saßen wir morgens schon wieder am reich gedeckten Frühstückstisch. Wir starteten unsere Safaritour extra früh um sieben Uhr, damit wir nicht gleich im kompletten Touristenstrom untergingen. Nach einer weiteren Fahrt entlang der „African Massage Road“ erreichten wir den Eingang des Nationalparks, Körper und Geist durch die Massage im Einklang. Gezahlt wird hier mehr oder weniger nach Hautfarbe: je heller desto teurer (Pech für Hendrik…). Demzufolge zahlten unsere tansanischen Freunde etwa 10% von dem, was wir hinlegen mussten. Natürlich hat dieses Vorgehen auch den Hintergrund, die lokale Bevölkerung zu unterstützen. Deshalb machten wir die Tour getrennt voneinander, denn sonst wären unsere Austauschpartner auch gleich noch als Touristen gezählt worden.

Vorbei an einem umgekippten Safariauto, einem kaputten Jeep inklusive leicht genervten Amerikanern und vielen Affen mit pinken Ä******, gelangten wir zu einer atemberaubenden Aussichtsplattform. Von dort konnten man den ganzen Nationalpark, einen massiven Krater mit See im Zentrum, überblicken. Es brauchte ein bisschen Ellenbogenarbeit, um einen guten Schnappschuss zu erlangen, doch schlussendlich haben wir doch alle ein Foto bekommen und es ging gleich in die nächste Runde. Auf dem Weg hinunter in den Krater (fast so schön wie die Massage von heute morgen) kamen uns weitere Tiere entgegen. Vor allem Gazellen gibt es hier zu Genüge, aber wir hatten auch das Glück, zwei Giraffen zu erspähen.


Angekommen im Tal erlebten wir sogleich das absolute Highlight des heutigen Tages: Simba (Kiswahili = Löwe) stapfte förmlich einen halben Meter an unserem Jeep vorbei, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Immer noch fasziniert von der eleganten Katze fuhren wir in Richtung des Nilpferdteiches. Auf dem Weg dorthin trotteten noch Elefanten an uns vorbei. Nachdem wir es endlich geschafft hatten, ein perfektes Bild zu bekommen, bei dem die Dickhäuter mit den Ohren wackelten, tuckerten wir weiter. Die Nilpferde hatten eher weniger Lust auf ein Fotoshooting und behielten ihre Köpfe lieber unter Wasser.



Während wir an den vielen großen Zebraherden vorbeifuhren, grübelten wir über die Frage nach, ob diese Tiere nun weiß mit schwarzen Streifen oder schwarz mit weißen Streifen sind. Unterbrochen wurden unsere Überlegungen durch den Anblick eines Nashorns in der Ferne. Damit konnten wir neben dem Löwen, den Büffeln und dem Elefanten den vierten Vertreter der „großen Fünf“ abhaken. Jetzt fehlte uns nur noch der Leopard. Zwar konnten wir diesen auf der Fahrt zum Rastplatz auch nicht finden, dafür aber ein paar kleine Warzenschweine. Danach gab es erstmal eine gut gefüllte Lunchbox, bevor es durch ein kleines Wäldchen wieder aus dem Krater ging. Auf dem Rückweg stand noch ein riesiger Büffel am Straßenrand und erst beim zweiten Mal hinschauen merkte man, das dieser keine Zementstatue war, sondern einfach nur mit Schlamm verklebt. Das Quintett der „Big Five” konnten wir leider nicht vervollständigen, weil wir auch auf der Rückfahrt keinem der nachtaktiven Leoparden begegneten.


Wie auf Knopfdruck begann es am Nachmittag plötzlich kräftig zu regnen. Die Challenge bestand nun darin, den Weg zurück zu unserer Unterkunft zu meistern. Jeep Nummer 1 schaffte es gerade noch so mit letzter Kraft, sich den Berg hoch zu kämpfen, während Jeep Nummer 2 auf halber Strecke liegen blieb. Unsere Austauschpartner hatten deshalb das große Vergnügen, den Schlammhügel hochzulaufen. Zum Glück hörte es nach einiger Zeit wieder auf zu regen, doch der Jeep musste trotzdem erstmal unten stehen bleiben. Völlig durchnässt erreichten wir schließlich die Kaffee-Farm, wo es gleich weiter mit dem UNO-Spielen ging. Der Lehrer Andrea war mal wieder völlig in seinem Element und strengte sich heute nochmal besonders an. Zum Abendessen labten wir uns wie gestern an einem schmackhaften 4-Gänge-Menü. Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung von unseren Austauschpartnern: Wir alle erhielten die typischen Tücher, welche die Massei (tansanische Ureinwohner) hier immer tragen.

Für alle die sich wundern, wieso wir bei der Menge an Essen hier noch nicht fett geworden sind, hier die logische Erklärung: Teil unserer Reisegruppe war der Personal Trainer Holzwarth, der jeden Abend aufs neue die Möglichkeit eines Workouts anbot. Des Weiteren wurde Katha täglich als lebendes Gewicht zum Bankdrücken ausgenutzt und Judith sorgte für die muskelentspannenden Massagen danach. Da diese Frage nun auch geklärt wurde und wir ab morgen nur noch im Auto, Flugzeug und Zug sitzen, wird dies unser letzter Tagesbericht gewesen sein.

Hakuna Matata!